Musik an den Höfen der Weserrenaissance

Instrumentalwerke von William Brade (1560-1630) & Thomas Simpson (1582-1628?)

WESER-RENAISSANCE BREMEN
Manfred Cordes
cpo 999 952-2

TT: 72:00, Veröffentlichung 2013

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Nur selten vermochte ein Duodezfürst innerhalb einer Generation derart nachhaltig von sich reden zu machen, wie Graf Ernst III. zu Holstein-Schaumburg (in Bückeburg) um 1600. Beseelt von Musik und aufgeschlossen für Kulturförderung stieg seine Residenz aus dem Mittelmaß der Fürstentümer empor. Aus den zahlreichen Musiker-Komponisten der Blütezeit am Hof Ernst III. haben wir für dieses Programm zwei englische Komponisten herausgegriffen, um in der Dichte ihrer Werke die große Bandbreite der instrumentalen zeitgenössischen Aufführungsmöglichkeiten aufzuzeigen: William Brade und Thomas Simpson, die England verlassen haben und anscheinend nie wieder dorthin zurückgekehrt sind.

Ihnen gelingt es, einerseits die englische Tradition des Instrumentalspiels dem Kontinent näher zu bringen, anderseits aber auch eigene stilistische Aspekte mit einfließen zu lassen. Die vier- bis sechsstimmigen Stücke zeigen den Übergang in der Besetzungspraxis. Das Elisabethanische Zeitalter favorisiert beim fünfstimmigen Satz eine Oberstimme und vier tiefere Instrumente. Auf dem Kontinent wird für die Tanzmusik im Besonderen der helle Klang von zwei Oberstimmeninstrumenten, die miteinander im Dialog stehen, bevorzugt.

Gerne wählt man die kontrastierende Anlage der paarigen Zusammenstellung von Pavane und Galliarde, aber auch Sätze wie Ballet, Intrade, Canzon oder Mascarada finden sich. Der Erfolg Brades als Instrumentalist und Komponist zeigt sich in der für seine Zeit ansehnlichen Anzahl von fünf gedruckten Sammlungen, die ausschließlich von ihm komponierte oder bearbeitete Tänze enthalten. Er war der erste Engländer, von dem eine Canzona und ein Solo-Stück für Violine überliefert ist.