Fanfaronade – Meisterwerke der französischen Gambenmusik

Juliane Laake, Viola da Gamba
Ensemble Art d’Echo

CD im Digipack
Booklet: Deutsch/Englisch
Bestell-Nr.: VKJK 2110

Tracklisting

Antoine Forqueray (1672–1745)
aus: Pièces de viole avec la basse continue, Paris 1747
01 La Leclair
02 Allemande La Laborde
03 La Bouron

Marin Marais (1656–1728)
aus: Pièces de viole, II. Livre, Paris 1701
04 Les voix humaines

Antoine Forqueray
aus: Pièces de viole avec la basse continue, Paris 1747
05 La Regente
06 La Tronchin

Monsieur de Sainte-Colombe (ca. 1640 – ca. 1690)
07 Concert XLIV Les regrets à deux violes ésgales: Tombeau – Quarrillon – Apel de Charon – Les pleurs – Joye des Elizées – Les Elizées – Les pleurs

Louis Heudelinne (17. Jh.)
Suite en Ré mineur pour le dessus de viole & bc aus: Premier Livre de suites de pièces, 1701
08 Prélude
09 Allemande
10 Double
11 Courante
12 Sarabande grave
13 Gigue

Marin Marais
aus: Pièces de viole, II. Livre, Paris 1701
14 Les Folies d’Espagne

Nominiert für den Preis der deutschen Schallplattenkritik, Alte Musik 3/2022

Pressestimmen

Information

»Fanfaronade« ist ein französischer Ausdruck des 18. Jahrhunderts und bedeutet soviel wie »großspurige Prahlerei«. Das auf der neuen CD von Juliane Laake und ihrem Ensemble Art d’Echo versammelte Repertoire entstand zum großen Teil am Hofe eines Herrschers, der sich selbst zum sonnengleichen Zentrum des Universums erklärte – eine Fanfaronade sondergleichen, die durchaus auf seine Hofmusiker abfärbte.

Antoine Forqueray war ein musikalisches Wunderkind. Schon mit 17 Jahren erhielt er das Amt eines Hofgambisten in Paris. Er stand bei der gesamten höfischen Noblesse in hoher Gunst und seine Zeitgenossen waren sich bereits einig, dass er der größte Gambist seiner Generation sei. Seine Kompositionen sind von überraschender Unkonventionalität und aufsehenerregender Virtuosität.

Marin Marais war Schüler des damals berühmten Gambisten und Gambenlehrers Monsieur de Sainte-Colombe. Diese rätselhafte Persönlichkeit wiederum, über deren Leben so gut wie nichts bekannt ist, die keinerlei höfisches oder kirchliches Amt innehatte, ging als Vater der französischen Gambenschule in die Musikgeschichte ein und brachte eine ganze Generation hervorragender Gambisten hervor. Marais, deren unangefochtene Krone, konnte mit 23 Jahren die begehrte Stelle als königlicher Hofgambist antreten. Er veröffentlichte fünf Bücher voller erlesener Gambenwerke und wurde schließlich Dirigent der königlichen Oper. Anders als Forqueray sucht Marais sein Publikum nicht mit Staunen und Schrecken zu überwältigen, sondern mit vollendeter Eleganz und Raffinesse zu beglücken, ja zu bezaubern.

Von Louis Heudelinnes Leben wissen wir so gut wie nichts, noch nicht einmal seine genauen Lebensdaten. Einzig sein kleines feines Œuvre legt Zeugnis ab von ihm und seiner Kunst. Dieses verlangt neben der Beherrschung vertrauter gambistischer Schwierigkeiten noch die virtuose Geläufigkeit der Geige. Sein so überaus schönes und elaboriertes Werk, immerhin die erste gedruckte Sammlung solistischer Diskantgambenmusik überhaupt, löste freilich nicht das leiseste Echo bei seinen Zeitgenossen aus. So bleibt es bis heute eine Art Geheimtip im überaus reichen französischen Gambenrepertoire.